Poetische Performance des Lyrikkollektivs WILDE STILLE | „Waldsamkeit“
Sat, Oct 03
|Park am Siegesdenkmal


Can & Ulà
Oct 03, 2026, 4:30 PM
Park am Siegesdenkmal, Siegesplatz, 2012, 39100 Bozen, Autonome Provinz Bozen - Südtirol, Italien
N cont dla manifestazion
Waldsamkeit: Das Lyrikkollektiv WILDE STILLE bringt das Waldgefühl nach Bozen
Poetische Videoperformance bei ruralurban und Live-Performance am Siegesplatz im Rahmen der Bolzano Art Weeks 2026
Mitten in der Stadt entsteht eine kleine Oase des Innehaltens: Mit „Waldsamkeit“ zeigt das Lyrikkollektiv WILDE STILLE bei den Bolzano Art Weeks 2026 eine poetische Videoperformance über die Verbundenheit zwischen Mensch und Natur. Von 28. September bis 2. Oktober läuft das Video in den Räumen von ruralurban | Alpine Interior im Boznerbodenweg 17.
Wer die WILDE STILLE auch live erleben möchte, hat dazu am Samstag, 3. Oktober, Gelegenheit.
Dann bringen die vier Dichterinnen den Text in das Wäldchen am Siegesdenkmal.
Die Texte des Lyrikkollektivs entstehen, wie in diesem Fall, oft gemeinsam, im Kollektiv eben. Das Gedicht, das Lissy Pernthaler (SAAV-Mitglied), Patrizia Raffeiner (SAAV-Mitglied), Verena Clara Spilker und Ines Visintainer (SAAV-Mitglied) geschrieben haben, heißt „Waldsamkeit“. Normalerweise performen sie ihre Texte live. Doch um die Natur stärker einzubeziehen und ihr auch visuell eine Hauptrolle zu geben, entschlossen sie sich im Herbst 2025, ein neues Medium für ihre Poesie auszuloten. Und so entstand ihre erste Videoarbeit. Der gut fünfminütige Film, der die Beziehung zwischen Mensch und Wald hörbar, sichtbar und spürbar macht, feiert nun bei den diesjährigen Bolzano Art Weeks Premiere. Regie und Schnitt übernahm Ivo Tamburini, hinter der Kamera stand Lukas Terragnolo. Außerdem wirken Natascha Andergassen und Margareta Gurschler im Video mit.
Schon der Titel verbindet, worum es geht: Wald, Achtsamkeit und Gemeinsamkeit. Darin klingt auch die Waldeinsamkeit an, Ludwig Tiecks Wortschöpfung aus der Romantik für den Einklang von Mensch und Natur, der in unserer Zeit immer seltener wird. Anders als bei Tieck sucht die WILDE STILLE diesen Einklang nicht im Rückzug, sondern gemeinsam und mitten in der Stadt. Das Kollektiv versteht die Arbeit als poetisches Statement und als leisen Aktivismus, als eine jener „schönen Taten“, von denen die Tiefenökologie spricht: kein Appell und keine Vorschrift, sondern eine Einladung zum Verweilen und zur sinnlichen Wiederbegegnung mit dem Lebendigen. Bei ruralurban nimmt man auf Holzmöbeln vor einem großen Bildschirm Platz, das Video läuft tagsüber in Schleife.
Bei der Live-Performance tragen die vier Autorinnen das Gedicht vor, das sie auch verfilmt haben, Stimme für Stimme. Für Klang und Technik sorgt Fabian Reiner, der ebenfalls zum Kollektiv gehört. „Waldsamkeit“ beginnt mit Fragen an die Bäume: was sie träumen, was sie flüstern, wenn man sie umarmt. Über das Lauschen und Atmen führt das Gedicht allmählich in eine Heimkehr, in den Einklang mit sich selbst und dem „Herzschlag dieser Welt“. Am Ende verschmelzen die vier Stimmen zu einem gemeinsamen WIR. Ganz im Sinne des diesjährigen BAW-Mottos „REGARD(EN)! REGREEN! REGROW!“ wird Sprache so im öffentlichen Raum verwurzelt.
Die WILDE STILLE versteht sich als Plattform für gemeinschaftliche Kreativität und als Ausdruck der heilsamen Kraft von Poesie. Mit Poesiekreisen, Performances und Poesieworkshops trägt das Kollektiv Lyrik in den öffentlichen Raum, an der Schnittstelle von Kunst, Sprache und Reflexion.
Waldsamkeit · Poetische Videoperformance
Bolzano Art Weeks - Wald - Eine poetische Videoperformance
ruralurban | Alpine Interior, Boznerbodenweg 17, Bozen
Montag, 28. September, bis Freitag, 2. Oktober 2026, jeweils 8.00 bis 18.00 Uhr
Dauer: 5:22 Minuten, im Loop
Regie und Schnitt: Ivo Tamburini · Kamera: Lukas Terragnolo · Mitwirkende: Natascha Andergassen, Margareta Gurschler
Waldsamkeit · Live-Performance
Bolzano Art Weeks - Wald werden - Eine poetische Performance - Poetry Performance
Samstag, 3. Oktober 2026, 16.30 Uhr
Park am Siegesdenkmal, Siegesplatz, Bozen
Klang und Technik: Fabian Reiner
Text: Lyrikkollektiv WILDE STILLE mit Lissy Pernthaler, Patrizia Raffeiner, Verena Clara Spilker, Ines Visintainer


