22. September 2026
Ladinischer Literaturwettbewerb SCRIBO 2026: Die Gewinner stehen fest ...
... und der erste Preis geht an Rut Bernardi!
Wir freuen uns sehr, dass SAAV-Mitglied und Präsidentin Rut Bernardi die diesjährige Ausgabe des ladinischen Literaturwettbewerbs "SCRIBO" gewonnen hat. Mit einem Text, der mit dokumentarischer Genauigkeit und literarischer Sensibilität besticht.
Die fünfte Ausgabe des ladinischen Literaturwettbewerbs SCRIBO, die dieses Mal vom Istitut Ladin "Micurá de Rü" in Zusammenarbeit mit der Direktion ladinische Bildung und Kultur organisiert wurde, verzeichnete eine hohe Beteiligung. Knapp 30 ladinische Autorinnen und Autoren haben daran teilgenommen. Die Gewinnerbeiträge der Ausgabe 2026 des ladinischen Literaturwettbewerbs SCRIBO werden gemeinsam mit weiteren von der Jury ausgewählten Erzählungen, die ebenfalls für den Wettbewerb eingereicht wurden, in Buchform veröffentlicht. Ausgeschrieben war in diesem Jahr eine Kurzgeschichte mit einer Länge von maximal 8000 Anschlägen. Die Texte wurden in den beiden Kategorien "SCRIBO" und "SCRIBO Junior" bewertet.
In der Kategorie "SCRIBO" ging der erste Preis an die bekannte Autorin Rut Bernardi für ihr Werk "L bel cramer". Bernardis Erzählung versteht sich als Einleitung zu einem möglichen historischen Roman, der im Engadin spielt und sich durch einen gewählten Wortschatz, stilistische Sorgfalt und bemerkenswerte Präzision bei der Rekonstruktion des historischen Kontexts auszeichnet. Die Jury hob die Solidität der Kurzgeschichte sowie die Fähigkeit der Autorin hervor, dokumentarische Genauigkeit und literarische Sensibilität miteinander zu verbinden. Der zweite Preis ging an Elena Frenademetz für "Eroines", eine moderne Neuinterpretation ladinischer Mythen, die in zeitgemäßer Sprache neu erzählt wurden. Im Text macht die Autorin einen Vergleich zwischen den Frauenfiguren der Mythen und den heutigen Frauen.
In der Kategorie "SCRIBO Junior" prämierte die Jury den Text "Agnol" von Nicoletta Riz als Erstplatzierten. Er bietet einen wehmütigen Blick in die Vergangenheit und vermittelt ein authentisches Bild der Protagonisten. Zugleich gibt er Einblick in ihren Alltag, der bisweilen von einer rauen Realität geprägt ist. Der zweite Platz ging an Matthias Barani und seine Klassenkameraden für das Werk "Frecuenza murtela". Es handelt sich um eine kurze Erzählung im Thriller-Stil, die in Form eines Tagebuchs verfasst ist. Die Jury würdigte die dynamische Erzählweise und die narrative Spannung.
Die Jury der Ausgabe 2026, bestehend aus dem Schuldirektor und Autor Ivan Senoner als Juryvorsitzendem sowie den Mitgliedern Nadia Chiocchetti, Werner Pescosta, Ingrid Runggaldier und Carlo Suani, bewertete die eingereichten Werke anhand der Kriterien sprachliche Qualität, Originalität, Erzählstruktur und Beitrag zur zeitgenössischen ladinischen Literatur.
