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11.05.2022
Neuerscheinungen
Dienstmädel in Bella Italia von Sabine Peer

BUCHERSTPRÄSENTATION: Mittwoch, 8. Juni 2022, 18:30 Uhr, STADTBIBLIOTHEK BRIXEN.
 
Dienstmädel in Bella Italia, Athesia-Tappeiner Verlag 11. Mai 2022
 
Die fünf Lebensgeschichten im Buch „Dienstmädel in Bella Italia“ beruhen alle auf wahren Begebenheiten. In den 1950er und 1960er Jahren sind viele Südtiroler Bauernmädchen, meist nicht älter als 16 oder 17 Jahre, aufgrund der Not im eigenen Land bei wohlhabenden Städtern in den italienischen Metropolen Mailand, Rom, Florenz, Genua, Venedig, Turin in den Dienst gegangen. Autorin SABINE PEER bediente sich der Methode Oral History. Sie hat Schicksalsgenossinnen und zum Teil auch deren Angehörige interviewt und die geschilderten Lebenserinnerungen zu lebendigen Lesestücken verfasst, die schon nur deshalb berühren, weil sie alle real erlebt und gelebt worden sind. Die künstlerische Freiheit der Autorin, den Stoff vor dem Hintergrund der Historie zu fiktionalisieren, kam dabei ebenso zum Tragen. Dort, wo Erinnerungslücken bestanden, wurden erdachte Inhalte, Ausschmückendes und Erläuterndes, in das von den Heldinnen real erlebte eingeflochten.
 
Die fünf Heldinnen, deren Lebenserinnerungen im Buch erzählt werden:
Maria Aschbacher Ebert, Jahrgang 1938, Pustertal: 1956–1965 Mailand
Herta F., Jahrgang 1939, Pustertal: 1957/58 Rom
Helene Thalmann Morandell, Jahrgang 1934, Überetsch: 1953–1955 Genua, 1957/58 London
Othilde H., Jahrgang 1940, Pustertal: 1958–1966 Mailand
Edeltraud Morin Casazza, Jahrgang 1932, Eisacktal: 1949–1959 Mailand und Portofino
 
 
Exposé:
Hausmädchen, Kindermädchen, Gesellschafterin – die Arbeitsbereiche bei den reichen, italienischen Dienstherren waren vielfältig. Die Umstände, die Südtiroler Mädchen, oft nicht älter als 17 Jahre, in den 1950er und 1960er Jahren dazu bewogen, in den italienischen Haushalten eine Dienststelle anzutreten, waren es auch. Geboren und aufgewachsen in der deutschen Provinz im Norden, waren sie auf dem Papier wohl selbst Italienerinnen, aber mit ihrem „Vaterland“ verband sie wenig bis nichts. Ihre Lebensrealität in der damals armen Bergregion Südtirol war zu verschieden von Italien mit seiner anderen Kultur und fremden Sprache. Der erstarkende Tourismus in den Nachkriegsjahren, der viele vermögende italienische Gäste nach Südtirol brachte, schaffte häufig die Berührungspunkte. Und die einfachen Bauernmädchen haben zahlreich ihre Chance ergriffen. Sie wollten aus ihren bescheidenen, ländlichen Strukturen ausbrechen, die fremde Sprache erlernen, Geld verdienen, etwas von der großen, weiten Welt erleben. Jedes hat seine eigene Geschichte. Im Buch „Dienstmädel in Bella Italia“ werden die Erlebnisse der Heldinnen aus der auktorialen Perspektive erzählt. Das Gerüst der Erzählungen beruht in allen Fällen auf wahren Begebenheiten, sodass die Lesestücke Einblick gewähren in gleichermaßen spannende wie ergreifende Biographien, die das Leben inszenierte. Die Geschichten erzählen somit kurzweilig und fesselnd von Ausbeutung, von Müßiggang, von irritierenden Abenteuern, von aufregenden Dienstreisen und vom Finden des persönlichen Lebensglücks.